Corona-Lage: Das Gesundheitsamt informiert

von Stephan Trapp

Um die Kontaktnachverfolgung schnellstmöglich zu gewährleisten, hat das Gesundheitsamt Mainz-Bingen kürzlich ein SMS-System eingeführt. Alle neu gemeldeten Fälle werden fortan automatisch per SMS informiert. Damit erhalten positiv getestete Personen wichtige Verhaltensanweisungen direkt auf das Handy zugesendet. Denn mit der derzeit hohen Anzahl an Corona-Infizierten wird auch die zeitnahe Kontaktaufnahme immer schwieriger.

"Mit dem neuen System ist es uns möglich, die Menschen zügig zu erreichen. Unser Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitsamt, die sich unermüdlich dafür einsetzen, den Menschen zu helfen", so der zuständige Kreisbeigeordnete Erwin Malkmus und der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Dietmar Hoffmann. Zwar liegt die Inzidenz im Landkreis Mainz-Bingen und der Stadt Mainz unter dem Landesdurchschnitt, doch die Lage bleibt angespannt. Dankbar seien sie deshalb auch für den Einsatz der insgesamt acht Bundeswehrsoldaten, die bei der Kontaktnachverfolgung Hilfe leisten. "Diese Unterstützung ist für uns sehr wichtig, um die hohen Fallzahlen bewältigen zu können", so Malkmus. Ein durchaus positives Fazit kann Dr. Hoffmann auch für die Bevölkerung ziehen: "Die meisten Leute sind vernünftig und zeigen sich in Bezug auf die Regeln sehr kooperativ". Wenngleich sich allmählich eine gewisse Müdigkeit erkennen lässt - etwa, wenn Personen entweder aufgrund einer Infektion oder als Kontaktperson bereits mehrfach in Quarantäne mussten.

Betroffen sind derzeit vor allem Kitas und Schulen, die Inzidenz in den Altersgruppen null bis neun liegt hier bei rund 500, bei den Zehn- bis 19-Jährigen bei etwa 600. Damit ist die Inzidenz fast doppelt so hoch wie die Gesamtinzidenz im Land. "In insgesamt 99 Schulklassen im Landkreis sowie der Stadt Mainz sind innerhalb der ersten Dezemberwoche Corona-Fälle aufgetreten", erklärt Dr. Hoffmann. Hoffnung, dass sich die Lage etwas beruhigt, liege nun auch auf den bald startenden Kinderimpfungen.

Weitestgehend ruhig sieht es hingegen derzeit in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Stadt und Landkreis aus. Während es aktuell ein Ausbruchsgeschehen in einem Altenheim im Landkreis gibt, sind in anderen Einrichtungen ausschließlich Einzelfälle zu verzeichnen. Inwiefern darüber hinaus der Fastnachtsauftakt im November einen spürbaren Effekt auf die Fallzahlen habe, sei schwer nachzuvollziehen.

Auch die neuartige Virusvariante Omikron, die erstmals nachweislich in Südafrika aufgetreten ist, sei bislang nicht in der Region bekannt. "Es besteht derzeit auch kein Verdachtsfall", so der Gesundheitsamtsleiter. Allerdings müssen Labore, um Omikron zu erkennen, die Proben speziell sequenzieren. Das bedeutet, die Proben müssen gezielt auf diese Variante untersucht werden. Das ist etwa der Fall, wenn Reisende aus entsprechenden Gebieten zurückkehren. "Hinzu kommt, dass bislang noch zu wenig über die Auswirkungen von Omikron bekannt ist und die Lage daher schwer einzuschätzen ist", sagt der Gesundheitsamtsleiter. Wie sich dies entwickelt, gilt es daher weiter zu beobachten.

Ebenso sei die Lage in den Kliniken vergleichsweise ruhig. "Dennoch ist die Anspannung groß", betont Dr. Hoffmann im Hinblick auf den allgemeinen Personalmangel und die Belastung in den Krankenhäusern. Bei Personen, die derzeit beatmet werden, handele es sich überwiegend um nicht geimpfte Personen.

Deshalb ruft der Kreisbeigeordnete Erwin Malkmus erneut dazu auf: "Lassen Sie sich impfen!" Er hofft, dass sich vor dem Hintergrund der ausgeweiteten 2G-Regel noch einige Personen für eine Impfung entscheiden. Es sei bewusst, dass die Impfung keinen 100-Prozentigen Schutz vor einer Infektion darstellt. "Die Impfung schützt jedoch effektiv vor schweren Verläufen", so Malkmus.

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