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Start Gewerbe/Tourismus Selzen im Überblick


Herzlich Willkommen in Selzen

Selzen wurde erstmals im Jahre 782 urkundlich durch eine Schenkung an das Kloster Lorsch erwähnt – wie so viele Orte im rheinfränkischen Kulturkreis. Seit dem Jahr 1954 führt die Gemeinde Selzen ein eigenes Wappen, das auf das alte Gerichtssiegel zurückgeht. Das Wappen zeigt in schwarzem Feld den kurpfälzischen, goldenen, rotbewehrten Löwen, der in der erhobenen Pranke den Schlüssel des Wormser Domstifts hält. Diese Kombination weist auf die zwei „Herren“ des Ortes hin, die Kurpfalz und das Wormser Domstift.

Selzen hat auch eine archäologische Bedeutung, wie so viele Orte im Rheingraben, der eine reiche Geschichte nachweisen kann. 1845 fand der damalige Dorflehrer Krafft sechs Gräber am Nordrand des merowingischen Friedhofs. Darunter auch das Grab eines Kriegers mitsamt Pferd und Resten des Zaumzeugs. Der daraufhin verständigte Mainzer Zeichenlehrer und Prähistoriker Ludwig Lindenschmit (Gründer des Römisch- Germanischen Zentralmuseums), ließ ein weiteres Mal in Selzen graben. Bei diesen Grabungen wurden erst sieben Gräber gefunden, eine weitere Grabung 1846 legte weitere 21 Gräber frei. Münzfunde gestatteten den Gebrüdern Lindenschmit die Zuordnung der Selzener Frankengräber und ihre Datierung in das 6. und 7. Jahrhundert. Einer der bedeutendsten Funde ist der sogenannte „Rüsselbecher“, der heute im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz zu sehen ist.

Die wirtschaftliche und demographische Entwicklung des Rhein-Main Gebietes hat auch zu einer neuen Vielfalt und einem Wachstum der Bevölkerung in Selzen geführt. Hatte Selzen 1972 1.161 Einwohner ist die Einwohnerzahl 2015 auf 1.504 gestiegen. Mit viel Kreativität und Engagement der 'eingesessenen' Bürger, ebenso wie der Neubürger gelingt es, Selzen attraktiv zu gestalten, als Wohnort gleichermaßen wie für Touristen.

Selzen lebt durch seine Vereine und die Selzener leben in den Vereinen. Eigene Sportanlagen, Hallen und vereinseigene Gebäude sind der Stolz dieser Vereine und der Gemeinde und auch ein besonderes Merkmal. Ob Sportverein mit Fußball und Angelsport, Turnverein mit zahlreichen breitensportlichen Angeboten, Radsportverein oder Gesangverein – die Selzener sind gesellig und leben dies in ihren Vereinen.

Selzen ist geprägt durch sein bürgerliches Engagement. Bei einem Rundgang kann man den „Ausscheller“, einen „Dorfbrunnen“ (gestaltet von Eberhard Linke), den alten Leichenwagen, sowie eine Nachbildung eines in der Selz gefundenen römischen Grabsteines bewundern. All diese Kleinodien gehören zu Initiativen, die von Mitbürgern angeregt und finanziert wurden. Ob Jost Strub, Volker und Annemarie Schätzel, Michael Reitzel oder Klaus Penzer – all sie und viele andere haben diese Ortsverschönerung getragen und sich dafür eingesetzt, dass man in Selzen auf Schritt und Tritt mit Geschichte konfrontiert wird. Zahlreiche Bürger pflegen ehrenamtlich die dazugehörigen Flächen und sorgen für ein wunderschönes Ortsbild.

Hervorzuheben sind auch die ökologisch wertvollen Flächen in der Selzener Gemarkung, wie der Angelweiher, das angrenzende Biotop (von der Angelsportabteilung der SpVgg Selzen alleine gestemmt), sowie Biotopflächen im Feldbereich, die zu einer Artenvielfalt bei Vogel- und Wildbesatz innerhalb der Gemarkung beitragen. Dem „Selzer Frosch" wurde 1996 am Radweg der ehemaligen Bahntrasse Alzey-Bodenheim ein „Denkmal" gesetzt, welches von dem damaligen Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs der Bevölkerung übergeben wurde. Die „Selzer Frösche“ gehen auf die Legende zurück, dass die Selzener Bevölkerung zur Sicherung des Schlafes der Ortsherrschaft mit Stangen auf das Wasser der Selz habe schlagen müssen, um die Frösche am Quaken zu hindern.

Selzen unterhält seit 2009 eine Kinderkrippe für 10 Kinder in eigener Trägerschaft und mit der Nachbargemeinde Hahnheim einen gemeinsamen Kindergarten. Des Weiteren gibt es die Grundschule am Selzbogen, die von den Kindern der beiden Gemeinden besucht wird. Zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten wären zu erwähnen, etwa die beiden Kirchen, die vielen liebevoll restaurierten historischen Gebäude, das Kriegerdenkmal mit der Eiche oder das denkmalgeschütze Alte Schulhaus mit gegenüberliegendem ehemaligen Diakonissenhaus. Alleine, es lohnt sich, nach Selzen zu kommen und alles mit eigenen Augen zu sehen. Nutzen Sie doch dafür den Fahrradweg auf der stillgelegten Bahntrasse von Alzey nach Bodenheim. Danach können Sie sich bei rheinhessischer und internationaler Küche und lokalen Weinen von der örtlichen Gastronomie verwöhnen lassen.

Neugierig gewordene Leser sind jederzeit in unsere beschauliche Gemeinde eingeladen.


Monja Seidel
Ortsbürgermeisterin